Kategorie: Bemerkenswertes

  • Förderung von Einbruchschutzmaßnahmen in NRW

    Eben trudelte eine Mail vom Netzwerk „Zuhause sicher“ ein.

    Alle Immobilienbesitzer in NRW, die vorhaben, ihre Wohnräume einbruchsicher zu gestalten, wird folgende Information sicher interessieren. Ich kopiere mal die Kernaussagen hier rein:

    Im Rahmen der Förderung von Barrierefreiheit und Energieeffizienz werden nun auch Maßnahmen zum Einbruchschutz berücksichtigt:

    Das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (MBWSV) hat mit RdErl. vom 23.01.2014 die „Richtlinien zur Förderung von investiven Maßnahmen“ um den „Einbau von Sicherheitstechnik zum Schutz gegen Einbruch zur Verbesserung der Sicherheit am und im Gebäude“ ergänzt.

     

    Was wird gefördert?

    So besagt Nr. 1.2.1 Buchstabe m der Anlage 1 (angehängt) „Förderfähige Maßnahmen und Fördervoraussetzungen“:

    „Einbau von Sicherheitstechnik zum Schutz gegen Einbruch und zur Verbesserung der Sicherheit am und im Gebäude (z.B. Einbau oder Nachrüsten von Türen mit Türspionen oder Querriegelschloss, Verriegelung von Fenstern oder Fenster- und Kellertüren, Verbesserung der Belichtung am und im Gebäude z.B. durch Bewegungsmelder).“

    Und unter  Nr. 5.2.3 Buchstabe f der Anlage 1 ist angegeben:

    „Außerdem sind […] Maßnahmen zum Schutz gegen Einbruch und zur Verbesserung der Sicherheit am und im Gebäude im Zusammenhang mit allen Maßnahmen gem. Nr. 5.2.3 (s. auch Nr. 1.2.1 Buchstabe m) förderfähig.“

     

    Wie sieht die Förderung aus?

    ·   Gefördert werden mit einem zinsgünstigen Darlehen max. 50 % der förderfähigen Kosten, höchstens jedoch 15.000 € pro Wohnung.

    ·   Die Bagatellgrenze beträgt 1.500 € (= Mindestbetrag, der aufgebracht werden muss).

    ·   Förderfähige Kosten sind z. B. Kosten für die Erneuerung, bzw. Nachrüstung sicherheitsrelevanter Bauteile, nicht aber Kosten für die gleichzeitige Renovierung der Räume.

    ·   Der Zinssatz für das zinsgünstige Darlehen beträgt effektiv 1 % (0,5 % Zinssatz plus Verwaltungskosten).

    ·   Der Zinssatz ist für 10 Jahre fest. Danach wird das Darlehen marktüblich verzinst.

    ·   Die Fördermaßnahme zum Einbau von Sicherheitstechnik zum Schutz gegen Einbruch ist nicht an Bedingungen geknüpft und kann von Jedermann beantragt werden.

    ·   Die Bewilligung dieser Fördermaßnahme ist an keine Einkommensgrenzen gebunden.

    ·   Fördermittel werden bei der Stadt- oder Kreisverwaltung (Bewilligungsbehörde) beantragt, in deren Bereich das zu fördernde Objekt liegt.

    ·   Das MBWSV hat im Internet unter http://www.nrwbank.de/WfaAuskunft/WfaAuskunft eine Übersicht der jeweils zuständigen Bewilligungsbehörden mit deren Erreichbarkeiten eingestellt. Dort sind müssen die Interessenten Ihre Anträge selbst einreichen und ggf. weitere Beratung und Auskünfte einholen.

    ·   Bei positiver Entscheidung erteilt die Bewilligungsbehörde eine Förderzusage. Diese ist Grundlage für den Abschluss eines Darlehensvertrags mit der „NRW.BANK“.

    Die förderfähige Summe von 15.000 € kann in Kombination mit weiteren förderfähigen Maßnahmen erhöht werden, z. B. in Verbindung mit energetischen Maßnahmen oder mit weiteren Maßnahmen zur Reduzierung von Barrieren.

    Für die Inanspruchnahme von Kombinationsfördermaßnahmen gelten andere Konditionen und Bedingungen, z. B. längere Zinsbindungen, Tilgungsnachlässe bis zu 20 %, Einkommensgrenzen und Belegungsbindungen.

    Informationen zu den jeweiligen Kombi-Fördermaßnahmen sind in den Anlagen 2 und 3 enthalten.

     

    (An dieser Stelle mal einen herzlichen Dank an Frau Hackemack für ihre immer schnelle und umfassende Informationsweiterleitung!)

     

  • SMS am Sonntag Abend. Oder: Norwegen, Teil 21

    Der Tischlermeistergatte ist nun also wieder im Lande und schon mittendrin im alltäglichen Betriebswahnsinn.

    Aber am Sonntag nach seiner Ankunft musste er doch spät abends über eine Nachricht auf seinem Handy lächeln.
    Warum? Weil der Azubi besorgt bei seinem Chef nachfragte, ob die Flüge okay waren und er gut nach Hause gekommen sei.

    Wir gehen jetzt mal davon aus, dass der Junge das nicht gemacht hat, weil er ernsthafte Bedenken hatte, dass der Tischlermeister den Weg von Norwegen nach Hause nicht finden könnte…
    Sondern, dass es einfach um Interesse an der Person ging

    Schön, wenn man  mal von seinen Leuten betüdelt wird…
    Noch schöner, wenn man in einem Betriebsklima der gegenseitigen Sympathie und Aufmerksamkeit arbeiten darf.

    Danke dafür, Jungs…

  • Mehr Zutrauen, bitte! Oder: Norwegen, Teil 19

    IMG-20140312-WA0026Jetzt muss ich mal weltverbessernd philosophisch werden:

    In good old Germany sind die meisten Tischlerauszubildenden in den Betrieben immer in Begleitung von Gesellen oder Meistern unterwegs. Dann natürlich nahezu automatisch als Anweisungsempfänger und dritte Hand.

     

    Ob das immer so richtig ist, sollten wir bei diesen IMG-20140312-WA0025Bildern alle mal überdenken. Das da sind nämlich zwei Jungs in der Ausbildung, die auch ohne jahrzehntelange Berufserfahrung selbstständig ihren Teil der Baustelle bearbeiten.

    Gerade auf den, natürlich passenden, Baustellen im Handwerk, können Azubis zeigen, was in ihnen steckt. Und das ist oft genug eine ganze Menge. Fehlen nur die geeigneten Aufgaben und die loslassenden Ausbilder…

  • Um Missverständnissen vorzubeugen: Der Austausch ist KEIN Urlaub. Oder: Norwegen, Teil 8

    Man könnte nach Lesen aller meiner Beiträge zum Thema Norwegenaustausch auf die Idee kommen, dass Norwegen ein von der Handwerkskammer bezahlter Extraurlaub für Azubis und Chefs sein könnte.

    Nur für´s Protokoll hier mal ein paar Daten, die dieses Bild relativieren:

    • Der Azubi bekommt die drei Wochen nicht als bezalten Extraurlaub, sondern muss dafür zum Teil Urlaub nehmen und sich zusätzliche freie Tage durch besondere Leistungen verdienen.
    • Weiterhin muss der Stoff, der in dieser Zeit in der Berufsschule erarbeitet wird, eigenverantwortlich nachgearbeitet werden – und das mitten in der heißen Phase der Abschlussprüfung! Somit steigt übrigens auch das Risiko einer halbjährlichen Ausbildungsverlängerung enorm.
    • Wie bereits schon geschrieben, ist ein Sprachlurs mit Hausaufgaben (!) ebenso obligatorisch wie sinnvoll. Und kostet extra Zeit.
    • Für die Kostenerstattung der Fahrt und der Unterkunft ist ein ausführlicher Bericht über die Erlebnisse und Eindrücke der Azubis in Norwegen Pflicht. Und eine exakte Kostenaufstellung ist unabdingbar für die Übernahme der Verpflegungskosten.

    Das alles dafür, dass er in Norwegen nicht auf der faulen Haut liegt, sondern in norwegischen Betrieben arbeitet.

    Für den Tischlermeister fällt die Arbeit, die in der Zwischenzeit in der Heimat anfällt, nicht weg, sondern wartet brav bis zur Ankunft.
    Mal ganz abgesehen davon, dass wir das Risiko eingehen müssen, dass Kunden auf die Ausführung ihrer Aufträge durch uns verzichten, weil wir nicht schnell genug reagieren können, da abwesend.
    Eine Kostenaufstellung der Verpflegung muss hier nicht erfolgen,aber es wird nur ein bestimmter Betrag pauschal erstattet, der eher knapp gehalten ist (was im Interesse aller HWK-Beitrags- und Steuerzahler sein dürfte, also diesen Punkt bitte nicht als Jammerei verstehen). Es bleibt also noch die eine oder andere Ausgabe an den begleitenden Meistern hängen.
    Der Sprachkurs ist hier zwar nicht verbindlich, bietet sich aber natürlich an und wird logischerweise ebenfalls belegt. Kostet aber ebenfalls extra Zeit.

    Zu guter Letzt ist noch etwas ganz Grauenhaftes zu bewältigen, was gerade Handwerker in die Flucht schlagen könnte: Ein gewisses Maß an Papierkrieg.

    Warum wir, die Mitfahrenden uns das antun, obwohl sich das alles nicht ganz so spaßig liest, wie es auf den ersten Blick erscheint?
    Weil wir unseren Beruf lieben. Und weil wir neugierig sind, wie anderswo gearbeitet wird – und wie dort praktische Probleme gelöst und Tätigkeiten angegangen werden.
    Weil wir neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln wollen, die uns vielleicht (eher: ganz sicher!) persönlich und beruflich weiter bringen.

    Und weil Auslandsaufenthalte kein Vorrecht für Abiturienten, Studenten, Politiker und Funktionäre sein sollten.

     

  • Hei Haakon! God dag Mette-Marit! Oder: Norwegen, Teil 1

    Seit einigen Wochen herrscht in der Tischlerei ein gewisser Ausnahmezustand: Fettnäpfchenführer über Norwegen werden gewälzt, und in die ersten Onlinesprachkurse Norwegisch – Deutsch, Deutsch – Norwegisch wurde bereits vor einiger Zeit das erste Mal vorsichtig reingeschnuppert.

    Was hier los ist?
    Im März sind Azubi und Meister im Rahmen eines Azubiaustauschprogramms mit den norwegischen „Tischlern“ (dazu ein anderes Mal mehr, der dortige „Tischler“ ist nämlich nicht vergleichbar dem deutschen „Tischler“, sondern vielmehr ein „Hausbauer“) in der Nähe von Haugesund in Norwegen und lernen die norwegische „Tischler“-, sorry: „Holzbearbeiter“-Welt, näher kennen.

    Und während Meister und Azubi sich schon wie Bolle freuen, sind Geselle und Tischlermeistergattin neiderfüllt und bestehen auf einen eigenen Austausch. Und zwar besser gestern als heute.

  • Rückblick und Ausblick

    Ein Jahr der Extreme liegt hinter uns:

    • Extrem viel Arbeit,
    • extrem spannende und herausfordernde Aufträge,
    • extrem nette, witzige und interessante Kunden, die uns darüber hinaus oft extremes Vertrauen entgegengebracht haben,
    • durch extremes Pech mit Lieferanten extremes Chaos (zum Riesenglück nur extrem selten)
    • und extreme „Erfahrungen“ mit Hubbühnen (danke nochmals an Jens Luther von Luther – Der Dienstleister für die tolle Betreuung auf der Baustelle) – und einen herzlichen Dank an „unsere Jungs“, dass sie trotzdem nicht gekündigt haben. *Ihr seid die Besten!*

    Das kommende Jahr Jahr wird uns, neben den üblichen kleinen Optimierungen und Fortbildungen, ganz besondere Erfahrungen bringen, über die wir später gesondert berichten.
    Aber gehen Sie ruhig davon aus, dass es etwas Herausragendes sein wird. An dieser Stelle schon mal ein Dankeschön an unseren Auszubildenden Nils Heinemeier, der uns darauf gebracht hat.

    Dann noch ein persönliches Wort:
    Im Handwerk selbstständig zu sein, erfordert eine gewisse „Dummheit“: Unser Geld könnten wir mit weniger Arbeit erheblich leichter verdienen, und das bei geringerem Risiko.
    Dazu machen wir von Zeit zu Zeit (zum Glück nur sehr, sehr selten) bei einigen Lieferanten, Aufträgen und Kunden „Erfahrungen“, auf die wir gerne verzichten würden.
    Dass wir uns trotzdem immer wieder auf´s Neue dafür entscheiden, unsere Tischlerei weiter zu führen, daran sind unsere klar überwiegenden klasse Kunden, mitdenkende und motivierte Mitarbeiter und lobenswerte Lieferanten „schuld“.
    In diesem Sinne danken wir allen Beteiligten für das letzte Jahr und blicken gespannt auf 2014.

    Schauen Sie uns weiterhin in unserem (B)logbuch Tischlerei über die Schulter und verfolgen Sie unseren Betriebsalltag mit.
    Und bleiben Sie uns als Kunden weiterhin treu! Egal, ob es um ein komplettes, gegen Einbruch zu sicherndes Haus geht, um neue maßgefertigte Badmöbel, eine zu öffnende zugefallene Tür oder nur schlicht ein auszutauschender Rollladengurt! Wir sind für Sie da und freuen uns auf Sie!

  • Aus gegebenem Anlass: Unsere besonderen Weihnachtswünsche für Sie

    Heute Morgen rief eine Kundin an, um uns zu bitten, kurzfristig in einer Wohnung einen Zylinder auszutauschen.
    Der Auftrag war einigermaßen dringend, weil hier ein Fall von häuslicher Gewalt befürchtet wird.

    Wir wünschen allen unseren Kunden, Bekannten, Nachbarn und Freunden, etwas, was kaum einer wünscht, aber doch so unglaublich wichtig ist:
    Keine Angst haben zu müssen!
    Egal, ob Angst vor häuslicher Gewalt wie in diesem aktuellen Fall. Oder Angst vor Krankheit, Einsamkeit oder den Verlust vor materiellen Dingen. Oder der Angst vor der Zukunft im Allgemeinen.

    Wir freuen uns über jeden Auftrag von Ihnen, hoffen aber für Sie, dass Sie uns für Nottfälle, egal ob dieser Art oder für für andere Situationen, nicht benötigen, sondern die Feiertage Ruhe und Frieden finden können.

    In diesem Sinne:
    Frohe Weihnachten!

  • Mitten im Chaos = Mittwoch

    Es gibt Tage, Wochen, Monate, die braucht man nicht.

    So ein Tag war gestern. Es begann damit, wir noch wie an den Vortagen damit beschäftigt waren, den vom Zulieferer verzapften Blödsinn auszubaden.

    Freudestrahlend nahm der Tag seinen Fortgang mit einem kranken Gesellen, so dass der Meister die dringend notwendigen organisatorischen Aufgaben und Kleinreparaturen zur „Freude der Kunden“ liegen lassen musste, und statt dessen auf der Baustelle werkelte.

    Dass ausgerechnet an dem Tag ein Auto seinen Werkstatttermin hatte und hin- und hergefahren werden musste, war da schon fast Nebensache.

    Die Anrufweiterschaltung lief dann auf uns privat, damit der Gatte wenigstens auf der Baustelle seine Ruhe hatte. Bis dahin ging das Telefon nämlich auch ununterbrochen und trieb den unter Zeitdruck stehenden Mann langsam, aber sicher, in den Wahnsinn.

    Es versteht sich von selbst, dass ab dem Zeitpunkt der Weiterschaltung die Anrufe drastisch abnahmen?

    Als das Auto dann abends aus der Werkstatt geholt werden musste, ließ ich das Telefon Telefon sein: Eine halbe Stunde würde die Welt schon ohne unsere ständige Erreichbarkeit weiterexistieren. Außerdem hasse ich es, beim Autofahren zu telefonieren, Freisprecheinrichtung hin, Aufträge her.

    Als ich dann zurückkam, kam mir unser 10-Jähriger aufgeregt entgegen: „Da hat eine Frau angerufen, und ich wusste nicht, wie ich euch erreichen sollte. Die hatte eine Türöffnung.“ Okay, Rufnummer weg, also die Türöffnung auch weg. Die weiteren zwei Anrufe, die in der Zeit eingetrudelt waren, und nicht angenommen wurden, spielten dann auch keine Rolle mehr.

    Danach schnell den Gatten abgefüttert und ihn nach Hannover zum Treffen der Sicherheitsgemeinschaft entlassen.

    Irgendwann am späten Abend kam der Tischlermeister dann grau im Gesicht und mit Schweißperlen auf der Stirn zurück: Die als Snack angebotenen Brötchen waren gesunde Volkornbrötchen. Allerdings mit einem kleinen, allergieschubverursachenden Mohnanteil. Der mit Adrenalin vollgestopfte Gatte schaffte es also mit letzter Kraft nach Hause, bis der Allergiker im Tischlermeister doch noch zusammenklappte. Nach einer Volldröhnung mit Fenistil aus der Notfallapotheke ging es dann lagsam besser. Und der Mann konnte mir von dem letzten Höhepunkt des Tages berichten: Seit dem 13.11.2013 ist Herr Jürgen Hoppe Mitglied des Vorstands der Sicherheitsgemeinschaft Hannover.

    Was ja eigentlich eine Ehre und Zeichen einer Anerkennung ist. Allerdings müssen wir erstmal schauen, ob der Teufel nicht doch noch im Detail steckt. Nach diesem Tag sind wir da einfach vorsichtig geworden.

  • „Unser Eduard wird erwachsen!“. Oder: Er hat „da“ gesagt!

    Letzten Samstag wurde uns eine Ehre zuteil, die nicht viele haben: Wir waren die einzigen „deutschen“ Gäste auf einer russischen Hochzeit, denn der kleine Azubi von 2000 ist nun erwachsen *hach ja, schluchz* und hat geheiratet.
    Wo die Unterschiede liegen (zur deutschen Hochzeit, nicht zum verheirateten Gesellen!)?
    Neben vielen anderen Sitten und Gebräuchen fiel uns auf: Gelassener und ausgelassener. Schweisstreibendere Tanzmusik (ratatalatatalata ratatalata *yeah!*). Lauter. Knoblauchreicheres Essen (die super leckere Füllung der Auberginenröllchen bestand NICHT aus gemahlenen Nüssen!).
    Dass auf einer russischen Hochzeit mehr Alkohol, sprich: Wodka, getrunken wird als auf deutschen Feiern, traf übrigens hier nicht zu. Der Geselle zeigte sich aber zugegebenermaßen auch im Nachhinein ein wenig enttäuscht, dass der Vorrat an Wodkaflaschen kaum angekratzt wurde…

    Auf alle Fälle war es rührend und fröhlich, einfach wunderschön!

    Danke fürs dabei sein duerfen!

    Und an dieser Stelle die Anregung an die Soziologen, über den Vergleich von deutschen und russischen Hochzeiten eine Masterarbeit zu schreiben.

  • Der Chef als Lohnarbeiter?!

    Es ist Anfang November. Das Wetter wird schlechter. Weihnachten steht vor der Tür (jedenfalls könnte man das glauben, wenn man die Auftragsbestätigungen unserer Lieferanten liest). Wir schieben Überstunden, und auch die Samstagsarbeit ist nicht mehr fern.

    Aber was macht der geliebte Tischlermeistergatte? Er arbeitet bei einem Kollegen in der Werkstatt als Lohnarbeiter!
    Wie so etwas kommen kann?

    Gestern rief ein Kollege an. Sowieso mit einem überdurchschnittlichen Temperament gesegnet, war er diesmal dem Wahnsinn nahe und unserer Meinung nach einen dankbarer Abnehmer für Beruhigungsmittel. Dieser Kollege hat einen Großauftrag am Laufen:

    2000 Tische sind für einen kleinen Tischlereibetrieb schon ein ganzer Batzen, der einen länger beschäftigen kann. Dem Kollegen, tatsächlich sehr erfahren und ein guter Planer, machten aller vorausschauenden Planung zum Trotz viele „Murphys“ einen Strich durch die Rechnung. Mit Tatkraft und Kreativität machte der Mann das Beste aus der Situation, aber die grausame Wahrheit war trotzdem: Drohender Lieferverzug!
    In der Ladenbaubranche ein Todesurteil für die weitere Geschäftsbeziehung.

    Und die Tische waren bei weitem noch nicht fertig. Es sah also überhaupt nicht gut aus, und so wurde ein S.O.S. an den Gatten ausgerufen. Da jedem von uns mal Mist passieren kann, und man dann froh ist, wenn einem aus der Patsche geholfen wird, steht nun also der Gatte, bei allen Überstunden, die wir selber schieben, dem Kollegen in der Werkstatt bei und lackiert, als ob es um sein Leben ginge.

    Und darüber freut sich Tischlermeister Hoppe nun wie ein kleines Kind: In unserer Tischlerei stehe ich nämlich immer hinter ihm und ermahne ihn, die Werkstattarbeit dem Gesellen und dem Azubi zu überlassen. Aber nun darf er nach Herzenslust in einer Werkstatt stehen, ohne dass ich meckern kann: Er tut es ja quasi für einen guten Zweck!

    Wenn ich es mir so recht überlege…habe ich den Eindruck, …dass der Gatte und sein Kollege zur Zeit einen lang ausgeheckten Plan verwirklichen…

  • Sieht jünger aus, als er sich fühlt?

    Neulich war es wieder so weit:

    Kunde fragt an, Tischlermeister berät, Tischlermeister erstellt Angebot, Kunde und Tischlermeister klären letzte Fragen, Kunde erteilt Auftrag. So weit – so gut.

    Nun aber wird es spannend, denn Herr Kreps, unser Geselle, gut ausgestattet mit Werkzeug und Montagematerial, fährt hin, um vor Ort die Arbeiten auszuführen.

    Kunde und Kundin schauen schon etwas irritiert und stellen einmal mehr die schon bekannte Frage: „Können Sie das denn schon überhaupt?“

    Und ja, der Geselle konnte. Sogar sehr gut und zur völligen Zufriedenheit der Kunden!

     

    Denn der Geselle ist bereits über 30 Jahre alt, dank jeder Menge Fortbildungen vollgepumpt mit Wissen, Familienvater, Hausbesitzer – und hat, psst, nicht weitersagen! – bei einigen Montagetätigkeiten sogar mehr Übung als der Chef.

    Aber zum Gesellenkummer ist unser alter Hase komplett faltenfrei, eher klein und komplett dunkelhaarig. Kein einziges graues Haar!

    Und so kommt es immer wieder vor, dass Herr Kreps zumindest anfangs skeptisch angeschaut wird. Die Kunden wenden sich auch gerne mal vertrauensvoll an unsere Auszubildenden, die werden nämlich oft für älter und erfahrener gehalten. Die Überraschung ist dann immer wieder groß, wenn die Rollen genau umgekehrt besetzt sind.

    Dabei ist der Mann wirklich klasse: Das sehen auch unsere Kunden spätestens nach der Abwicklung der Baustelle so. Denn wir erleben immer wieder,  dass anschließend begeistert angerufen wird, weil Herr Kreps so gute Arbeit geleistet und alles so toll geklappt hat.

    Das echte Happy End kommt aber noch:  Beim nächsten Auftrag wird dann sofort ohne Umschweife gleich Herr Kreps angefordert!

  • Was auf die Ohren? Von Berufen und Musikvorlieben.

    Gestern im Radio. Thorsten Schorn kalauert gewöhnungsbedürftig über Sekretärinnen, die alle vorletzte Woche „Bonfire heart“ von James Blunt gekauft haben. Aha, jaja.

    Ich frage mich nun, was die Tischler in der öffentlichen Wahrnehmung so hören? Und hören Azubi, Geselle, Meister unterschiedliche Sachen? Unterscheiden sich gar die Vorlieben von Fensterbauern und Möbeltischlern? (Ich kann nur sagen, dass bei uns „Oh Tannenbaum“ und die Sachen von Ron Wood eher selten laufen…)

    Erfolgreiche Betriebe stehen dann auf Geier Sturzflugs „Bruttosozialprodukt“ (kennt die überhaupt noch jemand?)? Und die, die den Break-even geschafft haben, dann Amy Winehouses „Back zu black“?

    UWas machen Sie denn beruflich? Sind Sie erfolgreich? Und vor allem: Was hören Sie???

  • Eine Garderobe…

    …sollte es sein.

    So war die Anfrage einer Kundin.

    Groß war das Gegrinse, als sich herausstellte, was die Kundin genau wollte:

    Garderobenkiste für Kinder. Woanders gesehen, weiterentwickelt und getischlert von uns!
    Garderobenkiste für Kinder. Woanders gesehen, weiterentwickelt und getischlert von uns!

    Wohlgemerkt, für die Erwachsenen. Deren Kinder haben nämlich bereits solche Prachtstücke, und nun wollten die Eltern endlich auch die gleichen Exemplare, weil sie so herrlich praktisch sind.

    (Ehrlich gesagt: Bei uns ähnlich, das nistet sich der Tischlermeister mit seinen Schals und Mützen auch immer in den Garderoben des Tischlermeisternachwuchses ein.)

  • Auftragsvergabe, die Freude verbreitet!

    Neulich während der morgendlichen Postdurchsicht.
    Der Blick bleibt an einer Postkarte mit wunderschönem Motiv hängen.
    „Oh“, denke ich, „da hat wohl von unseren Freunden jemand die Privatadresse nicht im Kopf.“

    Aber es war ganz anders:
    Da hatte jemand unsere Privatadresse überhaupt nicht!
    Es war nämlich ein Kunde, der uns mit seiner Urlaubspost beehrte. Und gleich noch auf diesem Weg ein Angebot annahm.

    Es gibt Momente, da hat man den Eindruck, dass unsere Kunden mit der Zeit mehr werden als „nur“ Kunden. So macht die Arbeit Spaß!

    Danke dafür!

  • "Schöne Sachen"

    Neulich wurde mir erklärt, wie wir einem Neukunden auf der Suche nach einem Tischler weiterempfohlen wurden. Auf dessen Bitte um nähere Informationen über uns kam nämlich vom Gegenüber folgende Erwiderung:
    „Hoppe? Die machen alles. Und wirklich schöne Sachen!“

    Danke! Die Aussage gefällt uns und wir freuen uns natürlich sehr.
    Aber hier müssen wir deutlich darauf hinweisen, dass wir nur das herstellen und montieren, was unsere Kunden wollen.
    Wenn also gesagt wird, dass wir „wirklich schöne Sachen“ machen, geben wir das Kompliment gerne an unsere Kunden weiter. Ohne die und deren Aufträge hätten wir nämlich nichts Schönes zu tischlern!