
Kennen Sie die Geschichte von der Hummel? Physikalisch gesehen ist sie gar nicht in der Lage zu fliegen — viel zu schwer, viel zu kurze Flügel. Da sie aber nicht weiß, dass sie nicht fliegen kann, versucht sie es trotzdem. Und es klappt.
Ähnliches ist mir vor einigen Jahren passiert.
Eine Anfrage kam rein: Ob ich bitte eine Metalltür öffnen könne? Nicht sofort, ein vereinbarter Termin würde reichen. Ich machte also einen Termin, fuhr hin — und freute mich, dass sich mein Ruf offenbar schon bis in diesem Landstrich herumgesprochen hatte.
Der Termin war früh am Tag. Ich rechnete mit einer entsprechend pünktlichen Heimkehr.
Die blieb aus.
Das Problem: Ein Fallenbruch bei einer Metalltür. Wer noch nie mit einer solchen Konstruktion zu tun hatte — ich bis dahin auch nicht —, lernt dort auf unangenehme Weise, dass Metalltüren bei bestimmten Schadensfällen eine eigene Logik haben. Nach dem Öffnen des Zylinders fällt ein Teil der gebrochenen Falle in einen Hohlraum, unerreichbar, und die Tür verriegelt sich damit erneut von selbst. Quasi eine eingebaute Niederlage.
Wer aber nicht weiß, dass etwas nicht funktionieren kann, und außerdem einen gewissen Ehrgeiz mitbringt, versucht es trotzdem. Also blieb ich. Mit Werkzeug, Telefon und irgendwann auch mit dem „Godfather of Türöffner“ — einem Kollegen, der in Deutschland zu den wenigen gehört, die auf solche Fälle spezialisiert sind. Mehrere Telefonate, viel Geduld, Fingerspitzengefühl und Nerven später war die Tür offen.
Für den Kunden war das kein billiges Vergnügen — der Zeitaufwand schlägt sich nun mal in der Rechnung nieder. Aber er war trotzdem zufrieden: „Nun muss ich keine neue Tür einbauen lassen, und ich war schon kurz davor. Sie waren der Einzige, der auch eine Metalltür öffnet. Die anderen wollten erst gar nicht kommen.“
Manchmal hilft es, nicht zu wissen, was nicht geht.


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