Ein Familienmensch ist gestorben: Dieter Eggersmann ist tot.

Eben las ich in der Zeitung, dass Dieter Eggersmann gestorben ist, und es gab einen großen Nachruf, der einen Schwerpunkt auf sein unternehmerisches Lebenswerk und seinen Stempel, den er der Rintelner Landschaft mit dem Kiesabbau aufdrückte, setzte.

Ja, das stimmt, Dieter Eggersmann war ein erfolgreicher, energiegeladener Unternehmer, der mit Energie und Voraussicht eines der größten Unternehmen Rinteln ausbaute.

Wir haben Dieter Eggersmann aber auch im anderen Zusammenhang kennengelernt, denn er war für uns in erster Linie ein begeisterungsfähiger Familienmensch mit großen Verantwortungsbewusstsein.

Wir können alle wohl davon ausgehen, dass er finanziell seine Schäfchen im Trockenen hatte. Aber wenn das jemand verdient hatte, dann er, denn er stand voll und ganz hinter seinem Lebenswerk: Was viele nicht wissen ist, dass er als Einzelunternehmer auch mit seinem Privatvermögen für den geschäftlichen (und statistisch immer möglichen) Misserfolg gehaftet hätte. Das ist bei einem Unternehmen dieser Größe eher die große Ausnahme denn eine echte Möglichkeit der möglichen Rechtsformen.

Somit übernahm Herr Eggersmann die Verantwortung für sein Handeln ohne Wenn und Aber. Das bezog sich auch und besonders auf seine Angestellten. Wir erinnern uns an diesen einen Moment,  in dem er mit sorgenvoller Miene über den Wasserstand der Weser sprach. Denn dieser stand (und steht immer noch) im Zusammenhang mit den von ihm und seinem Unternehmen abhängigen Arbeitsplätzen.

Genauso stand er zu seiner Verantwortung für den Kiesabbau, statt durch verschachtelte Firmenkonstruktionen seine Rolle zu vernebeln. Obwohl er genau wusste, dass er sich persönlich damit immer wieder Gegenwind einhandelte und eine leichte Zielscheibe darstellte.

So, wie wir ihn erleben durften, ist es auch nie sein Ziel gewesen, eines der größten Rintelner Unternehmen aufzubauen. Wir hatten vielmehr den Eindruck, das dies eher eine „Nebenerscheinung“ seiner großen Kreativität und kaum zu bändigenden Energie war: Wenn er in der Werkstatt stand und eine seiner Ideen verwirklicht haben wollte, war es schwer, sich seiner Begeisterungsfähigkeit zu entziehen. Man war fast versucht, alle anderen Aufträge mit älteren Rechten stehen und liegen zu lassen, um sofort seine Ideen, die er,  fast hüpfend vor lauter Energie und Vorfreude, vortrug.

Das Wichtigste war für ihn eh die Familie. Er, der sich alles kaufen konnte, was das Herz begehrte, sorgte sich in erster Linie um seine Frau, die Kinder und Enkelkinder. Wie ein Patriach, der er ja auch war, „kümmerte“ er sich. Wie das Duracell-Männchen sorgte er unermüdlich für die Seinen, ob es nun um die Renovierung der Wohnung einer seiner Lieben oder die neue Hundehütte als „Zweitwohnsitz für den neuen Familienzuwachs“ ging. Und das tat er mit Herz, Verstand und Sinn für Details.

Selber brauchte er nicht viel, um glücklich zu sein: Wir können uns noch immer gut an seine Vorfreude auf ein Mittagessen erinnern, als er erfuhr, dass es Pellkartoffeln und Matjestunke geben sollte. Wie hat er da gestrahlt!

Wir wissen nicht, wie das Leben nach dem Tod aussehen wird. Aber wir sind sicher, dass Dieter Eggersmann dort erstmal alles genau überprüfen und optimieren wird. Und auch hier übernimmt er dann die volle Verantwortung.

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Ich bin die "Tischlerfrau": Ehefrau vom Tischlermeister, Mutter von zwei Jungs, Frauchen und Möchtegernchefin vom Tischlerhund Ember.

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