An diesen 7 Punkten erkennen Sie einen seriösen Schlüsseldienst

Die „AAAA“-Zeiten im Telefonbuch sind vorbei – die Masche dahinter nicht.

Können Sie sich noch erinnern? Früher standen im Telefonbuch ganz oben die Notdienste mit besonders vielen „A“ im Namen. Warum? Vielleicht, weil man hoffte, dass im Notfall niemand weiterblättert. Heute läuft das anders: Suchmaschinen statt Telefonbuch, Anzeigen statt Papier. Das Problem dabei: Ob hinter einem Treffer ein seriöser Schlüsseldienst steckt oder ein Vermittler mit Callcenter, sehen Sie nicht auf den ersten Blick. Denn machen wir uns nichts vor: Wenn die Tür zu ist, denkt niemand klar. Genau deshalb hilft es, ein paar nüchterne Kriterien zu kennen, bevor man jemanden anruft.

Das Wichtigste in 60 Sekunden:

  • Impressum prüfen: Vollständige Adresse und realer Standort sind Grundvoraussetzung.
  • Realistische Erreichbarkeit: Ehrliche Zeitangaben statt pauschaler 24/7-Versprechen.
  • Strukturierte Telefonabfrage: Klare Rückfragen zeigen fachliche Arbeitsweise.
  • Schonendes Vorgehen: Eine nur zugefallene Tür lässt sich häufig beschädigungsfrei öffnen.
  • Vorbereitung: Zwei regionale Betriebe vorab recherchieren.

Das reicht.

1. Klare Identität und echter Standort des Schlüsseldienstes

Ohne klare Identität kein Auftrag. Ein seriöser Schlüsseldienst zeigt offen, wer er ist und wo er sitzt – alles andere ist im Zweifel ein Risiko. Der erste Blick gehört daher auf das Impressum. Fehlt es, ist das ein deutliches Warnsignal.

Vollständige Adresse statt anonymer Hotline

Ein Impressum muss mehr enthalten als eine Telefonnummer. Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Name des Inhabers oder vollständige Firmierung
  • Straße und Hausnummer (kein Postfach)
  • Postleitzahl und Ort

Ist die Adresse vollständig und plausibel?

Wir sind in Rinteln tätig. Und hier hatte ein Anbieter vorübergehend seine Geschäftsadresse ausgerechnet in Engern angegeben – rein zufällig (?) in dem Dorf, wo auch unser Betrieb sitzt. Vor Ort fand sich allerdings keine Werkstatt, kein Büro, nicht einmal ein Wohnhaus. Nur eine Pferdeweide mit Unterstand.

Eine Adresse im Impressum ist schnell geschrieben. Ein echter Standort lässt sich überprüfen.

Regionaler Betrieb erkennbar, keine Auflistungen bundesweiter Tätigkeitsgebiete

Ein seriöser Schlüsseldienst arbeitet in einem klaren Einzugsgebiet. Wenn auf einer Website dagegen halb Niedersachsen oder gleich ganz Deutschland als „Standorte“ aufgeführt sind, darf man skeptisch werden. Denn oft steckt hinter solchen Auftritten kein regionaler Handwerksbetrieb, sondern ein Vermittler. Der Auftrag wird weitergereicht, der Monteur kommt von außerhalb – und Sie zahlen die Strecke mit.

In Rinteln standen wir bereits vor Situationen, in denen ein Schlüsseldienst aus Essen beauftragt wurde. Anfahrt: rund zwei Stunden, dazu noch die Rückfahrt. Dieser Aufwand tauchte später auf der Rechnung auf – auch wenn der Kunde davon beim Anruf nichts ahnte.

Übrigens: Eine Telefonnummer mit örtlicher Vorwahl ist kein Beweis für Regionalität. Anrufweiterleitungen sind technisch problemlos möglich. Entscheidend ist die nachvollziehbare, überprüfbare Präsenz vor Ort.

2. Realistische Erreichbarkeit statt Dauer-Notdienst-Versprechen

Ein seriöser Schlüsseldienst macht realistische Angaben zur Ankunft – keine pauschalen Versprechen. Gerade nachts oder außerhalb üblicher Arbeitszeiten kann es dauern, bis jemand vor Ort ist.

Im ländlichen Raum ist es gut möglich, dass der nächste verfügbare Monteur nicht aus dem Nachbarort kommt. Wenn ein Schlüsseldienst nachts ausrückt, fährt er unter Umständen eine größere Strecke. Das ist keine Besonderheit, sondern schlicht Realität.

Mal ehrlich: „In 20 Minuten garantiert vor Ort“ klingt gut – muss aber nicht stimmen.

Klare Zeitfenster (z. B. 6–20 Uhr)

Seriöse Betriebe benennen klare Erreichbarkeiten. Zum Beispiel feste Zeitfenster für reguläre Einsätze:

  • nachvollziehbare Geschäftszeiten
  • klare Abgrenzung zwischen regulärer Arbeit und Notfall
  • keine unklaren Rund-um-die-Uhr-Floskeln

So weiß man, woran man ist.

Ausnahmen nur nach Absprache

Einsätze außerhalb üblicher Zeiten können möglich sein – müssen aber nicht. Ob ein Einsatz sinnvoll ist, wird am Telefon eingeordnet. Dabei sollten genannt werden:

  • konkrete Ankunftszeiten
  • ehrliche Einschätzung der Wartezeit
  • keine pauschalen Zusagen

Das ist unspektakulär. Aber verlässlich.

Keine pauschalen 24/7-Versprechen ohne Einordnung

Ein pauschales 24/7-Versprechen allein sagt wenig aus. Entscheidend ist, ob Sie eine realistische Zeitangabe erhalten – auch wenn diese länger ausfällt.

3. Klar und ehrlich am Telefon

Schon das erste Telefonat zeigt, wie ein Schlüsseldienst arbeitet.
Ein ordentliches Gespräch beginnt mit gezielten Rückfragen zur Situation. Nicht aus Neugier – sondern um Aufwand und Vorgehen realistisch einschätzen zu können.

Konkrete Rückfragen zur Situation

Typische Fragen sind:

  • Ist die Tür nur zugefallen oder abgeschlossen?
  • Steckt der Schlüssel von innen?
  • Handelt es sich um eine Haus- oder Wohnungstür?

Diese Punkte entscheiden über das Vorgehen.

Wer ohne Rückfragen sofort eine Lösung anbietet, macht es sich zu einfach. Je genauer die Lage am Telefon geklärt wird, desto besser lässt sich der Einsatz vorbereiten. Das spart Zeit – und unnötige Maßnahmen.

Einschätzung der Dringlichkeit

Am Telefon wird außerdem eingeschätzt, wie dringend die Situation tatsächlich ist.

  • Besteht unmittelbare Gefahr?
  • Gibt es einen alternativen Zugang?
  • Kann der Einsatz geplant erfolgen?

Auch wenn es sich im Moment dringend anfühlt: Nicht jede verschlossene Tür ist ein akuter Notfall. Eine ruhige Einordnung hilft dabei, unnötigen Zeitdruck zu vermeiden und eine passende Lösung zu finden.

Wir hatten zum Beispiel eine Mutter, die nur kurz den Müll rausbringen wollte – kleine Kinder waren in der Wohnung. In solchen Situationen zählt jede Minute. Das ist etwas anderes als ein verlorener Kellerschlüssel.

Zahlungsmodalitäten werden vorab offen angesprochen

Damit es vor Ort keine unangenehmen Überraschungen gibt, werden die Zahlungsmodalitäten vorab kurz geklärt. Typische Fragen Ihrerseits können sein:

  • Wird die Zahlung vor Ort erwartet?
  • Welche Zahlungsarten sind möglich?
  • Erhalten Sie eine Quittung?

Dann gibt es vor Ort keine Diskussionen.

4. Vor Ort (offen) ansprechen, was beim Öffnen der Tür passieren kann

Vor Beginn der Arbeit wird eingeschätzt, welches Vorgehen sinnvoll ist und welche Folgen möglich sind.

Gerade in Rinteln und Umgebung sehen wir häufig Einfamilienhäuser mit mehreren Zugängen: Hintereingang, Kellertür, Terrassentür oder Fenster im Erdgeschoss – oft gibt es Alternativen zur eigentlichen Haustür, die vielleicht aufwändiger (= teurer) zu öffnen ist. Dazu kommen Fachwerkhäuser mit verzogenen Türen, bei denen die Ursache nicht immer im Schloss liegt, sondern im arbeitenden Material oder Bodensenkungen. Eine sorgfältige Prüfung gehört deshalb dazu. Und zwar vor dem ersten Handgriff.

Einschätzung möglicher Schäden vor Beginn

Vor jeder Öffnung wird gemeinsam festgelegt, welches Vorgehen vorgesehen ist und welche Folgen möglich sind.

  • Ist eine beschädigungsfreie Öffnung realistisch?
  • Besteht das Risiko von Folgeschäden?
  • Welche Variante ist technisch sinnvoll?

Eine fachliche Einschätzung nennt auch Grenzen. Wenn etwas nicht ohne Schäden machbar ist, wird das vorab gesagt – nicht erst danach erklärt.

Hinweis, wenn Alternativen günstiger sind (z. B. anderer Zugang)

Nicht jede verschlossene Tür muss sofort geöffnet werden. In vielen Fällen gibt es eine praktikable Alternative.

  • anderer Zugang am Gebäude
  • Unterstützung durch Angehörige mit Ersatzschlüssel
  • zeitliche Verschiebung bei nicht dringlicher Lage

Ein guter Betrieb weist darauf hin, auch wenn das bedeutet, dass der Auftrag kleiner ausfällt. Entscheidend ist die sinnvollste Lösung – nicht die aufwendigste.

Ziel ist die Öffnung mit möglichst wenig Schäden

Das technische Ziel ist klar: Erst prüfen, dann handeln.

Ein unnötiges Aufbohren von Zylindern gehört nicht zur fachgerechten Standardlösung. In vielen Fällen sind andere Verfahren möglich, sofern die Situation es zulässt. Genau hier zeigt sich handwerkliche Erfahrung.

Keine detaillierte Erklärung der Öffnungstechnik im Voraus

Wie genau geöffnet wird, erklären wir vor Ort – aber keine Details, die man missbrauchen könnte. Das hat schlicht Sicherheitsgründe.

5. Nachvollziehbare Zahlungsabwicklung

Eine saubere Abrechnung gehört zum Einsatz dazu. Was geleistet wurde, muss für den Kunden nachvollziehbar sein – sachlich und ohne Interpretationsspielraum.

Die Bezahlung erfolgt in der Regel direkt nach dem Einsatz. Welche Zahlungsarten möglich sind, sollte bereits vorab besprochen worden sein.

Auf Wunsch stellen wir direkt vor Ort eine Quittung aus. Zugegeben: Schriftkram gehört nicht zu den Lieblingsaufgaben vieler Handwerker – sonst wären wir vermutlich im Büro gelandet. Trotzdem gehört eine saubere Dokumentation für uns einfach dazu. Wenn Sie eine ausführliche Rechnung benötigen, erstellen wir diese gern später zu den regulären Geschäftszeiten aus dem Büro heraus.

Eine ordentliche Rechnung verhindert späteren Ärger.

6. Ein seriöser Schlüsseldienst hat oft einen handwerklichen Hintergrund

Ein handwerklicher Hintergrund ist ein gutes Zeichen für fachgerechte Arbeit. Wer nicht nur öffnet, sondern Türen und Schlösser versteht, arbeitet in der Regel nachhaltiger.

Ein Betrieb mit handwerklicher Ausbildung betrachtet nicht nur den Zylinder, sondern das gesamte Bauteil. Gerade in einer Region wie Rinteln mit vielen Einfamilienhäusern und Fachwerkbauten zeigt sich schnell, ob jemand Erfahrung mit unterschiedlichen Türarten hat – oder nur auf schnelle Öffnungen spezialisiert ist.

Fachkenntnis im Umgang mit Türen und Schlössern

Eine Tür ist mehr als ein Schloss. Es geht um:

  • Zusammenspiel von Zarge, Türblatt und Beschlag
  • bauliche Besonderheiten älterer Gebäude
  • Materialverhalten bei Feuchtigkeit oder Verzug

Wer diese Zusammenhänge kennt, entscheidet anders – und oft schonender.

Zerstörungsarme Arbeit steht im Vordergrund

Das Ziel ist nicht der schnelle Austausch, sondern der Erhalt der vorhandenen Bauteile, sofern technisch möglich. Gerade bei älteren Türen oder besonderen Konstruktionen ist Erfahrung entscheidend. Nicht jedes Problem sitzt im Zylinder. Manchmal liegt die Ursache im verzogenen Türblatt oder in der Mechanik.

Austausch von Bauteilen nur, wenn technisch notwendig

Ein Zylinder wird nicht routinemäßig ersetzt, sondern nur dann, wenn es technisch erforderlich ist. Gründe sind:

  • tatsächlicher Defekt
  • sicherheitsrelevanter Schaden
  • funktionale Einschränkung

Alles andere wäre unnötig. Fragen Sie nach den Preisen der Austauschteile, damit Sie keine bösen Überraschungen erleben. Wenn Sie unsicher sind, kann ein Austausch oft bis zum nächsten Tag warten.

Eintrag in die Handwerksrolle

Ein Eintrag in die Handwerksrolle ist ein weiteres Qualitätsmerkmal. Er steht für eine formale Qualifikation und anerkannte handwerkliche Ausbildung. Das allein garantiert noch keine gute Arbeit – zeigt aber, dass der Betrieb handwerkliches Grundwissen hat und nicht nur kurzfristig am Markt auftritt.

7. Seriöse Schlüsseldienste übernehmen nicht nur Notöffnungen, sondern auch planbare Leistungen

Ein Schlüsseldienst arbeitet nicht ausschließlich im akuten Notfall. Viele Leistungen sind planbar und benötigen keinen Zeitdruck.

Nicht jede verschlossene Tür ist ein akuter Notfall. Manchmal ist schlicht der Schlüssel für die Kellertür verloren gegangen. Oder ein Schloss funktioniert nicht mehr sauber. Solche Fälle lassen sich zu den regulären Arbeitszeiten erledigen – ohne Nachtzuschlag, ohne Hektik.

Terminvereinbarungen für planbare Öffnungen

Planbare Leistungen werden wie normale Handwerksarbeiten behandelt. Das bedeutet:

  • feste Terminabstimmung
  • realistische Zeitfenster
  • kein künstlicher Zeitdruck

Das sorgt für Klarheit auf beiden Seiten.

Möbel- oder Schranköffnungen ohne Zeitdruck

Auch verschlossene Möbelstücke oder Schränke können dazugehören. Hier besteht in der Regel keine Eile.
Der Vorteil: Ohne Zeitdruck kann sorgfältiger gearbeitet werden. Und meist auch unterm Strich günstiger.

Nicht jede verschlossene Tür ist ein akuter Notfall

Gerade im privaten Umfeld gibt es viele Situationen, die organisatorisch lösbar sind.

  • Ersatzschlüssel vorhanden, aber nicht greifbar
  • Zugang über ein anderes Familienmitglied möglich
  • Termin kann geplant werden

Oft reicht eine ruhige Planung statt eines sofortigen Notdiensteinsatzes.

Typische Warnsignale unseriöser Schlüsseldienste

Bei unseriösen Anbietern läuft es meistens nach demselben Schema. Wer diese nüchtern erkennt, kann viele Probleme im Vorfeld vermeiden. Es geht dabei nicht um Bauchgefühl, sondern um überprüfbare Auffälligkeiten. Einige Punkte tauchen in problematischen Fällen immer wieder auf.

Extrem niedrige Lockpreise („ab“-Angaben ohne realistische Grundlage)

Sehr niedrige „ab“-Preise wirken auf den ersten Blick attraktiv. Entscheidend ist jedoch, was am Ende tatsächlich berechnet wird. Vorsicht bei folgenden Punkten:

  • keine klare Definition, was im Grundpreis enthalten ist
  • zahlreiche Zusatzpositionen vor Ort
  • keine realistische Einschätzung am Telefon

Ein sehr niedriger Einstiegspreis ist selten wirtschaftlich nachvollziehbar – und meistens bleibt es nicht dabei.

Das Aufbohren eines Schließzylinders kann technisch notwendig sein – ist aber nicht der Normalfall

Entscheidend ist die Situation vor Ort. Ist eine Tür abgeschlossen oder liegt ein technischer Defekt vor, kann ein Bohrer- oder Fräseinsatz erforderlich sein.

Eine lediglich zugefallene Tür lässt sich dagegen häufig beschädigungsfrei öffnen. Wird dennoch sofort das Aufbohren vorgeschlagen, sollte das nachvollziehbar begründet werden. Zum Beispiel:

  • Warum ist eine beschädigungsfreie Öffnung nicht möglich?
  • Welche konkrete technische Besonderheit liegt vor?
  • Welche Folgekosten entstehen durch den notwendigen Austausch?

Ein Aufbohren ist keine Kleinigkeit. Der Zylinder muss anschließend ersetzt werden. Deshalb gilt: Erst prüfen, dann bohren – nicht umgekehrt.

Dramatisierung der Lage zur Rechtfertigung teurer Maßnahmen

Zeitdruck kann sachlich begründet sein – etwa bei Gefahrensituationen. Pauschal Stress zu machen, gehört jedoch nicht zu einer professionellen Einschätzung. Vorsicht, wenn Folgendes kommt:

  • übertriebene Gefahrenhinweise
  • sofortiger Handlungsdruck ohne Erklärung
  • keine sachliche Alternativenprüfung

Übertriebener Zeitdruck ohne nachvollziehbare Begründung ist ein Warnsignal. Klingt dringend – ist es aber nicht immer.

Im Voraus planen spart Stress vor der verschlossenen Tür

Die beste Entscheidung trifft man, bevor der Notfall eintritt. Wer vorbereitet ist, gerät später weniger unter Druck.

Wenn die Tür zu ist, steigt bei vielen der Blutdruck spürbar. Das ist keine Charakterschwäche, sondern schlicht Stress. Genau deshalb lohnt sich Vorbereitung.

Wir erinnern uns an einen 80-jährigen Herrn, der sich ausgeschlossen hatte und über eine Leiter auf seinen Balkon klettern wollte, während die Polizei versuchte, ihn vom Umkehren zu überzeugen. Die Tür war zu diesem Zeitpunkt bereits geöffnet. Solche Situationen zeigen: Im Notfall passieren kuriose Dinge – ruhiges Handeln hilft.

1. Zwei Schlüsseldienste ermitteln

Suchen Sie sich mindestens zwei Betriebe aus Ihrer Region heraus.

  • vollständiges Impressum prüfen
  • Standort plausibel?
  • Leistungsbeschreibung nachvollziehbar?
  • Tipp: bei der örtlichen Polizeidienststelle nachfragen, welche Schlüsseldienste diese regelmäßig beauftragt

Das dauert keine halbe Stunde. Spart aber im Ernstfall viele Nerven.

2. Betriebe anrufen für den Erstkontakt (auch ohne konkreten Auftrag)

Ein kurzer Anruf auch ohne akuten Anlass ist sinnvoll:

  • Wie strukturiert wird gesprochen?
  • Werden Fragen sachlich beantwortet?
  • Sind Zuständigkeiten klar?

So bekommen Sie ein Gefühl für den Betrieb. Ohne Druck. Ohne Eile. Manche Betriebe bieten an, neue Kunden vorab zu erfassen. Ob das im Einzelfall Vorteile bringt, hängt vom Betrieb ab – schaden tut es jedenfalls nicht.

3. Telefonnummern notieren und abspeichern

Die recherchierten Nummern gehören nicht nur auf einen Zettel. Wir empfehlen, dass Sie sie

  • im Handy speichern
  • in einer internen Telefonliste hinterlegen
  • ggf. auch dem Partner oder einem anderen Familienmitglied weiterleiten

Speichern Sie die Nummer am besten nicht nur unter dem Firmennamen, sondern zusätzlich unter „Schlüsseldienst“. Im Stress sucht man nach der Funktion – nicht nach dem Namen. Im Notfall sucht man nicht – man greift zu. Und zwar dort, wo man an Informationen kommt, die nicht hinter der verschlossenen Tür hinterlegt sind.

4. Extra-Tipp: gleiches Prozedere für Notdienste für Elektro, Wärme und Sanitär

Das Prinzip lässt sich übertragen. Wer sich einmal strukturiert vorbereitet, reduziert bei mehreren Gewerken das Risiko unnötiger Fehlentscheidungen. Denken Sie also auch an einen:

  • Elektro-Notdienst
  • Sanitär-Notdienst/Rohrreinigung
  • ggf. Heizungsservice

Eine gute Vorbereitung ist unspektakulär – aber im Ernstfall Gold wert.

Doch mal ausgesperrt? So reagieren Sie richtig

Im Notfall entscheidet oft der erste Klick – und genau das kann problematisch sein. Die obersten Suchergebnisse sind nicht automatisch die besten oder regionalsten Anbieter.

Vorsicht beim ersten Handy-Treffer

Der erste Treffer ist bequem. Mehr nicht.

  • Handelt es sich um eine Anzeige?
  • Ist ein vollständiges Impressum vorhanden?
  • Ist der Standort klar nachvollziehbar?

Ein kurzer zweiter Blick kann viel klären.

Suchmaschinen sortieren nach vielen Kriterien. Dazu gehören bezahlte Anzeigen und Suchmaschinenoptimierung. Häufig stehen deshalb Vermittlungsplattformen sehr weit oben, die Aufträge weiterleiten. Eine gute Platzierung bei Google ist kein Qualitätsmerkmal. Es gibt durchaus regionale Betriebe, die durch gute Arbeit und saubere Struktur ebenfalls weit oben erscheinen. Nur: Die Platzierung allein sagt nichts über die Arbeitsweise aus.

Impressum und Standort prüfen

Auch im akuten Fall lohnt sich ein sachlicher Kontrollblick.

  • vollständige Adresse
  • realistischer Standort
  • klares Einzugsgebiet

Das dauert wenige Minuten. Und kann größere Folgen vermeiden.

Bei Unsicherheit: Nachbarn, Freunde oder Verwandte recherchieren lassen

Wenn die Tür zu ist, sinkt die Entscheidungsqualität. Das ist menschlich. Eine außenstehende Person hat mehr Ruhe.

  • kurzer Anruf bei Nachbarn
  • Bitte an Freunde oder Familie, kurz mitzurecherchieren

Externe Hilfe reduziert Druck – und damit Fehlentscheidungen.

Bei Freunden oder im Hotel übernachten

Manchmal ist die sachlichste Lösung nicht die schnellste.

Wenn keine akute Gefahr besteht, kann es stressfreier sein, eine Nacht bei Freunden zu übernachten oder ein Hotel zu nehmen. Das nimmt den Zeitdruck aus der Situation. Oft ist es sogar günstiger, als den Nachtzuschlag zu bezahlen.

Ruhe ist im Notfall ein wirtschaftlicher Faktor.

Kurz gesagt: Seriöse Schlüsseldienste setzen auf klare Worte statt große Versprechen

Seriosität zeigt sich im Verhalten – nicht in der Werbung. Am Ende sind es wenige, klare Kriterien, die einen seriösen Schlüsseldienst ausmachen. Dazu gehören:

  • ruhige Arbeitsweise
  • nachvollziehbare Abläufe
  • fachlich saubere Ausführung

Vor Beginn der Arbeit wird eingeschätzt, was technisch möglich ist und welcher Aufwand zu erwarten ist. Umgesetzt wird nur, was sinnvoll ist – fachlich sauber und ohne unnötige Maßnahmen.

Ein Tipp für Rinteln, Bückeburg und Bad Eilsen: Nummer jetzt abspeichern

Wenn Sie in Rinteln, Bückeburg, Bad Eilsen oder der näheren Umgebung wohnen, speichern Sie sich am besten schon jetzt eine regionale Rufnummer für den Notfall ab – bevor die Tür einmal wirklich zu ist. Falls Sie uns vertrauen wollen, hier unsere Rufnummer:

0 57 51/62 36

Ein kleiner Tipp aus der Praxis: Legen Sie den Kontakt nicht nur unter unserem Namen ab, sondern zusätzlich unter „Schlüsseldienst“. Im Ernstfall sucht man nach der Funktion – nicht nach dem Firmennamen. (Viele unserer Kunden speichern uns übrigens gleich doppelt ab – einmal unter „Schlüsseldienst“ und einmal unter „Tischler“ oder „Reparaturen“.)

Mit diesen Maßnahmen haben Sie schon viel richtig gemacht. Denn ob einfach nur ärgerlich oder wirklich dringend, es ist wie so häufig im Leben: Wer vorbereitet ist und die Ruhe bewahrt, trifft in der Regel die bessere Entscheidung.

Tischlermeister und Sachverständiger Jürgen Hoppe

Jürgen Hoppe

Tischlermeister · öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger (HWK Hannover)

Jürgen Hoppe ist Tischlermeister und öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Tischlerwesen (HWK Hannover). Seit 1999 arbeitet er selbstständig im Raum Rinteln und im Landkreis Schaumburg. Sein Schwerpunkt liegt auf Einbruchschutz, der fachgerechten Nachrüstung im Bestand sowie zerstörungsarmen Zylinder- und Türöffnungen. In seinem Blog erklärt er Immobilienbesitzern bundesweit, was technisch sinnvoll, reparabel und dauerhaft sicher ist.