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Jahresrückblick 2020: Ein chronologischer Blick hinter die Kulissen!

Würde ich eine Überschrift über das vergangene Jahr erfinden müssen, wäre „Alles auf Anfang – next Level“ meine Wahl.

Das deutete sich bereits letztes Jahr an, setzte sich dieses Jahr fort und wird kommendes Jahr immer noch gelten.
Was meine ich damit genau?

Jeder Selbstständige, besser noch: jeder Arbeitende, sollte sich von Zeit zu Zeit überlegen, was ihm Freude macht und warum er ausgerechnet das macht, was er macht.

Wir verbringen so viel Zeit mit unserem Broterwerb, dass dieser uns Freude machen sollte. Trifft das nicht mehr zu, ist es Zeit für Veränderungen.

Diesen Luxus des genauer Hinschauens leisten wir uns regelmäßig.
Dabei stellte sich dann vor einiger Zeit heraus, dass der Tischlermeister zwar immer noch seinen Job liebt, es aber trotzdem „noch besser“ geht.

Denn nur, was man etwas so richtig gerne macht, macht man auch richtig gut!

Mein Mann liebt es zum Beispiel,

  • seine Kunden ausführlich und gut zu beraten.
  • Er liebt Qualitätsarbeit
  • und er liebt alles rund um die Einbruchsicherheit.

Daher wollten wir das untermauern und ausbauen.

Also musste eine weitere Fortbildung her, um seinen Expertenstatus zu untermauern, und das war mal so ein richtiges „Brett“:
Der öffentlich bestellt und vereidigte Sachverständige für das Tischlerhandwerk sollte es werden!

Das Vorbild für dieses Ziel fand sich übrigens direkt in unserer Nachbarschaft: Olaf Wegener aus Minden redete sich Ewigkeiten den Mund fuselig, um meinen Mann in diese Richtung zu schieben. (Danke dafür, Olaf!)

Und wie das so ist: Was lange währt, wird endlich gut:
Nachdem der Gatte jahrelang auf diese Fortbildung warten musste, klappte es dieses Jahr dann endlich:
Dank einer Kooperation der Handwerkskammern Niedersachsen, NRW und Schleswig-Holstein ging es für Lehrgänge und Prüfungen nach Dortmund.
Also fanden sich aus ganz Norddeutschland 4 unermüdliche (nicht: unerschrockene!) Tischlermeister ein, die ein gemeinsames Ziel hatten: Den Sachverständigen für das Tischlerhandwerk machen!
Der Weg dahin ist dermaßen anspruchsvoll, dass nur ganz wenige Meister diese Müh(l)e auf sich nehmen – und dank Corona wurde es dieses Jahr dann noch einen Zacken schwieriger – und glich zum Schluss einem Hindernislauf vom Feinsten:

Hier die Chronik dieser Zeit:

  • Lehrgang 1, Anfang März: Alles klappte gut.
  • Lehrgang 2, Mitte März: Alles klappte gut…bis 3 Tage vor dem Kurs ein Anuf kam: Kurs verschoben auf unbestimmte Zeit, die Hygienevorschriften und der Lockdown zwingen dazu.
    Also Hotel abgesagt und gewartet.
    Es wurden letztendlich 3 Monate nervenzerreißende Wartezeit.

Zwischendrin „mal eben“ das erste Mal für die Tischlerei Kurzarbeit angemeldet.
Letztendlich wurde es zwar nicht so schlimm, wie von uns allen erwartet:
Es gab weniger Ausfälle, als befürchtet.
Und unsere Mitarbeiter hatten dadurch, dass wir auf netto 100% aus eigener Tasche aufstockten, keine finanziellen Nachteile.
Aber das wussten wir alle zu dem Zeitpunkt, als wir uns dafür entschieden, noch nicht. Dieser herzzerreißende Blick von Timo, als wir die Kurzarbeit verkündeten, war einer dieser Momente, den ich nie vergessen werde – aber gerne würde.

Weiter ging es mit dem Sachverständigenlehrgang:

  • Irgendwann dann der aktualisierte Terminplan: Im Juni ging es also weiter.
    Ohne Frühstück im Hotel, nur mit einem belegten Brötchen und Coffee to go. Auch die Versorgung tagsüber während des Lehrgangs wurde schwierig. Aber alle machten das Beste daraus. So verging also Lehrgang 2.
  • Eine Woche später folgte Lehrgang 3.
  • 2 Wochen später: Lehrgang 4. Die ganze Aktion glich einem Wettlauf gegen die Zeit.
  • Während dessen immer das Ziel, fit zu bleiben. Für’s Lernen und für die Prüfungen. Der Verbrauch unseres Mikronährstoffkonzentrats nahm beachtliche Ausmaße an, der „kleine“ Sohn litt darunter, sich nur eingeschränkt mit seinen Freunden treffen zu dürfen: Alle Risiken einer Erkrankung wollten wir ausschließen!
  • Zu dem Zeitpunkt schied der 4. Tischlermeister aus: Aufgrund Corona, der ermäßigten UST und der daraus resultierenden Auftragsflut und dem Zeitmangel war an eine Prüfung in diesem Durchgang für ihn nicht zu denken.
  • Die Unterlagen für die auszuarbeitenden Probegutachtenfür die restlichen 3 Prüflinge trafen ein:
    2 Tage schlechte Laune seitens des Gattens. Was wollten die von ihm?
    Alle anderen waren ebenfalls in Schockstarre verfallen: Wie sollen aus diesen Unterlagen jemals fertige Gutachten werden? 3 gestandene Tischlermeister mit viel Erfahrung und Liebe zum Beruf waren am Jammern und Fluchen.
    Alle Mann rissen sich dann doch zusammen und kämpften sich buchstäblich durch die Gutachten.
  • Dazwischen machte die Kaffeemaschine in der Tischlerei Mucken. Ausgerechnet jetzt.

Als „special effect“ hatte Timo während dieser Prüfungsphase seinen letzten Tag bei uns.
Denn auch er wollte gerne Neues lernen und eine Ausbildung im Metallbereich machen, daher ließen wir ihn schweren Herzens gehen.

Harte Zeiten für den Chef.

  • Es folgte das Absenden der mittlerweile ausgearbeiteten Gutachten.
    Eine Woche kein Lernen zur Belohnung. Kurzes Verschnaufen und Durchatmen.
  • Dann ging die Lernerei von vorne los, bzw. weiter: Die schriftliche Prüfung wartete. Und keiner wollte nach diesem Gewaltmarsch ausgerechnet jetzt durchfallen.
  • Ein letztes Mal in Dortmund übernachten, wir trauen weder dem Verkehr auf der Autobahn, noch der Deutschen Bahn
  • Prüfung geschrieben, uff, geschafft: Ein gutes Gefühl. Sowohl diese Prüfung hinter sich gebracht zu haben, als auch das Abschneiden. Aber letztendlich, weiß man es wirklich?
  • Nach der Prüfung ist vor der Prüfung. Wieder ein paar Tage Ruhe zum Luft holen, dann weiter lernen. Nach der Prüfung ist vor der Prüfung. Dieses Mal das furiose Finale: die Mündliche, der größte Brocken. Sagten jedenfalls die Prüfer.
  • Zwischendrin ein kleiner Lichtblick: Die schriftliche Prüfung ist bestanden. Mit 2+ und 1. Danke, so kann es weitergehen.

Dazwischen eine kleine Unterbrechung im Lernmarathon:
Der 50. Geburtstag vom Tischlermeister!
Für den Ungern-Feierer dank Corona homöopathisch klein gehalten.
Nicht alles an Corona ist schlecht. 😉

Es ging auch weiter:

  • Luft holen.
  • Warten.
  • Weiter lernen.
  • Hoffen und Bangen, dass die mündliche Prüfung statt finden kann: Alle Prüfer bitte gesund bleiben (der Vorsitzende kam aus dem damaligen Hotspot Bielefeld…), die Prüflinge ebenfalls, und bittebitte kein Lockdown vorher!!!
  • Mittlerweile zählten wir die Tage rückwärts bis zur mündlichen Prüfung.
  • Am Prüfungstag hoffte ich nur inständig, dass der Gatte vor lauter Aufregung keinen Unfall baut.
  • Dann:



Ich werde niemals diesen Blick vergessen, den mein Mann mir zuwarf, als er nach bestandener Prüfung nach Hause kam, auf den Hof fuhr, aus dem Auto stieg und mich von unten oben am Küchenfenster ansah. Nie hat ein Mensch erschöpfter, erleichterter und glücklicher ausgesehen als dieser Tischlermeister in diesem Moment.

Mittlerweile sind wir ein wenig weiter, und die Bestellungsurkunde ist endlich da. Der Termin für die Vereidigung im Mai 2021 steht ebenfalls.
Übrigens ist unser Tischlermeister dann der einzige neue Sachverständige für das Tischlerhandwerk in Niedersachsen seit … Ja, seit wann eigentlich?


Was ich aber noch unbedingt betonen will und muss:

Ohne die Unterstützung und das eigenverantwortliche Arbeiten der (ab Sommer: dem) Gesellen wäre das alles nicht machbar gewesen!
Auch bei uns findet nicht jeder immer alles fein. Aber der Tischlermeister und die Tischlermeisterfrau (also ich selber) sind unglaublich dankbar für unsere tollen Jungs, die diesen wunderbaren Berufsstolz hoch halten, super Arbeit bei den Kunden abliefern, und auf die wir uns immer (!) verlassen können.

Und auch ohne unsere Kunden, die dieses Jahr oft ein wenig länger auf einen Termin mit dem Chef persönlich warten mussten, und dabei trotzdem unglaublich verständnisvoll waren, hätte diese Aktion nicht so gut geklappt.

Und was uns nebenbei auch freut:
Timo schaut trotzdem noch oft in der Tischlerei vorbei!
Solange es kein besseres Bild gibt, haben wir daher das alte auf der Hauptseite nur ganz wenig nachbearbeitet. 😉

Noch eine positive Entwicklung in diesem Jahr: Die neue Mitarbeiterin aus der Schweiz

Die alte Kaffeemaschine machte so viele Mucken, dass sie auch nach wiederholtem Einsenden nicht zufriedenstellend funktionierte. Immerhin geschah das alles noch in der Garantiezeit. Wir machten also von unserem Recht auf Wandlung Gebrauch und haben nun eine neue Mitarbeiterin aus der Schweiz. Die kann nicht nur Kaffee, sondern auch Latte und Kakao mit ganz viel suuuuper Milchschaum! Und reinigen kann sie sich auch!
Wir haben sie jetzt schon alle total lieb!

Übrigens: Gekauft haben wir sie nicht im Internet, sondern bei Expert in Rinteln. Diesen Weg können wir so nur weiterempfehlen, denn die Beratung war absolut fair und passend!

Was uns im neuen Jahr erwartet?

Wir werden einiges neu organisieren, um dem Chef den Freiraum für seine Sachverständigenarbeit zu geben.
Dazu schreibe ich mehr, sobald wir uns alle gemeinsam entschieden haben, wir wir das erreichen wollen.
Ich persönlich bin vor allem gespannt, wie das genau aussehen wird. Denn Sachverständige arbeiten für Privatpersonen, Anwälte, Gerichte, in Schiedsverfahren der Handwerkskammer und für Versicherungen.
(Das ist dann aber kein Thema mehr für die Website der Tischlerei:
Sachverständige sind angehalten, ihre Sachverständigenarbeit von ihrer andere Arbeit komplett zu trennen. Und daran werden wir uns natürlich wie alle anderen halten.)

Aber was wir oder der Chef wann und wie genau in der Tischlerei machen, sehen wir dann im nächsten Jahresrückblick…

Willkommen 2021!

Autor:

Tischlerfrau

Ich bin die "Tischlerfrau": Ehefrau vom Tischlermeister, Mutter von zwei Jungs, Frauchen und Möchtegernchefin vom Tischlerhund Ember.

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