„Ja, wen nehmen wir denn?“ – Handwerkersuche leicht gemacht

Oft kommen unsere Interessenten nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern agieren im gesamten Bereich der Bundesrepublik.

Diese weiter entfernten Anrufer sind dann ganz enttäuscht, wenn wir dankend ablehnen. Dabei ist es nicht so, dass wir nicht auch mal gerne in Düsseldorf oder Flensburg arbeiten wollen würden. Aber der Aufwand wäre doch dermaßen hoch, dass sich die anschließende Rechnung in einem Bereich bewegen würde, der dem Kunden die Handwerkerbegegnung als unbewaffneten Raub erscheinen lassen würde. Und so gut wir auch sind gerne wir auch genommen werden, gibt es auch im Rest der Republik gute Leute. Haben wir diesen Sachverhalt am Telefon erklärt, kommt oft die Frage, wer denn dann der Fachmann für die Sicherung der Immobilie vor Ort ist, und wohin man sich wenden soll.

Hier versuche ich mich mal ganz vorsichtig an einer Antwort. Zum großen Teil können diese Tipps dann auch für die Suche nach anderen Handwerkern übernommen werden.

1. Lange im Bereich der Einbruchsicherung auf dem Markt
Viele nennen sich Experten. Wer aber erst einen 2-tägigen Lehrgang gemacht hat, ist definitiv kein Fachmann. Auch, wenn er auf den diversen Listen der Polizei und es LKA steht.
Das ist nicht verwerflich, schließlich hat jeder mal angefangen. Aber trotzdem muss es gesagt werden: Als Frischling in einem bestimmten Bereich ist man nicht gleich ein Experte.
Einfach, weil die Erfahrung fehlt. Sorry, das ist hart, aber leider wahr.
Auch wenn es sicher ein gutes Zeichen für die grundsätzliche Seriösität ist, wenn Unternehmen bereits generationenlang am Markt sind. (Erwähnte ich schon, dass die Tischlerei Hoppe nun seit über 38 Jahren existiert?)
Also am besten nach der Dauer der Tätigkeit, und zwar explizit im Bereich Sicherheit, fragen.

2. Breites Spektrum an Sicherungsmöglichkeiten
Jedes Haus, jede Wohnung, ja sogar jede Unterbrechung der Hausfassade, ist individuell. Und genau so sollte auch die Beratung sein. Dabei ist es wichtig, dass ergebnisoffen beraten wird. Soll heißen: wer keine innenliegenden Sicherungen verbauen kann, wird automatisch zu neuen Fenstern oder aufschraubbaren Sicherungen raten. Und damit ist die vielleicht beste Möglichkeit (beispielsweise innenliegende Sicherungen) für den Kunden außen vor.
Daher fragen Sie genau nach, was der Handwerker alles im Tätigkeitsspektrum hat. Wir meinen, das Minimum müsste sein: aufschraubbare Sicherungen, innenliegende Sicherungen, RC2-geprüfte Fenster und Türen aus Holz und Kunststoff, Fensterglasaustausch, mit Folien verklebte Fensterglasscheiben. Wir selber bieten darüber hinaus noch weiteres an – aber das ist dann „nur noch“ der Unterschied zwischen „fair und korrekt“ und „Spezialist“.

3. Gut ist nicht gleich teuer – und billig ist nicht gleich Geld gespart
Es gibt immer mehrere Wege, ein Fenster (oder eine Tür, ich schreib der Einfachheit halber immer nur einen Wort hin, okay?) zu sichern. Der Preis ist abhängig von der Sicherheitsstufe, dem Bedienkomfort und den gegeben örtlichen Bedingungen, die der Handwerker vorfindet.
Ein guter Einbruchsicherer erklärt Ihnen immer seine favorisierte Lösung – und kann dies auch begründen! Er bietet aber auf Nachfrage auch andere Lösungen an, auch wenn er deutlich macht und erklärt, dass und warum diese nicht optimal sind (und das so auch im Angebot, in der Auftragsbestätigung und der Rechnung vermerkt).

4. Manchmal wird der Handwerker bockig
Ein guter Gebäudesicherer kennt nicht nur seine Möglichkeiten, sondern auch seine Grenzen. Daher ist es ein gutes Zeichen, wenn er sich bei der 13. Nachfrage nach Alternativen irgendwann weigert, weitere anzubieten, sondern an einen Kollegen verweist.

5. Entspannung bei der polizeilichen Überprüfung
Wer sich in seiner Materie sicher fühlt und von seiner Arbeit überzeugt ist, wird kein Problem damit haben, wenn Sie bereits bei der Erstbegehung darauf hinweisen, dass Sie eine Plakette von Zuhause sicher anstreben. Um so eine Plakette zu bekommen, wird die Immobilie von den entsprechend geschulten Beamten genaustens überprüft. Da wird dem einen oder anderen Handwerker schon mal mulmig. Nur echte Fachleute bleiben hier locker.

6. Angabe von Referenzkunden
Gemeint ist hier nicht eine ellenlange Liste von Namen auf einer Webseite, sondern das Gespräch, und vielleicht auch der Besuch, mit Menschen aus Fleisch und Blut, die bereits mit dem Handwerker zusammengearbeitet haben und zu gezielten Fragen Auskunft geben können: Hat der Handwerker sauber gearbeitet? Wurden die Vorgaben des Angebots eingehalten? Stimmte die Zeitplanung? Wurden die allgemeinen Erwartungen an die Arbeit erfüllt? Was war besonders gut? Wo sollte man mit Überraschungen rechnen?

7. Weiterempfehlung
Zum Schluss der Tipp überhaupt:
Die wohl sicherste Art, an den richtigen Handwerker zu kommen, ist die Weiterempfehlung von Menschen, die ebenso „ticken“ wie man selbst. Wenn diese mit einem Dienstleister zufrieden waren, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man selber auch gute Erfahrungen machen wird.
Also ruhig mal im Bekanntenkreis nachfragen, wenn eine Bau- oder Renovierungsmaßnahme ansteht.

Ich hoffe, dass Ihnen diese Liste weiterhilft. Denn es gibt sie noch, die guten Handwerker.
Gehen Sie auf die Pirsch und finden Sie sie!

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