Redaktionsbesuch in der Tischlerei

Heute: Aus Sicht des Tieres

Als Redakteur der „exakt“ kommt man ja viel rum, besucht Messen, Zulieferer und Tischler/Schreiner in ihren Betrieben. Wie eine solche Recherche vor Ort aussehen kann, schildert Tischlerhund Ember von der Tischlerei Hoppe in Rinteln.

Tischlerhund in Berufsbekleidung: Ember schaut übrigens nicht gelangweilt, sondern satt, denn für das Foto waren "Unmengen" an Leckerli nötig, damit die Bell-Mamsell nicht samt Jacke das Weite suchte.

Tischlerhund in Berufsbekleidung: Ember schaut übrigens nicht gelangweilt, sondern satt, denn für das Foto waren „Unmengen“ an Leckerli nötig, damit die Bell-Mamsell nicht samt Jacke das Weite suchte.

„Es gibt Tage, da werde ich schmerzlich daran erinnert, dass ich nicht die Chefin, sondern nur der Hund bin. Aber mit mir kann man es ja machen.
Was war geschehen?
Wir hatten in der Tischlerei Besuch aus Süddeutschland. Es ging schon gut los, als er, der Besuch, zur Tür herein kam und ich mich auf meine Wachhundqualitäten besann. Also stellte ich meine Bürste (= Irokesenhaarschnitt beim Hund) auf, guckte böse und bellte ordentlich, um zu zeigen, wem hier der Quietschie gehört. Aber was passiert? Kommt der Kerl an, ignoriert mein Bellen wie ein Gehörloser, beugt sich von seinen 1,96 m zu mir runter, greift mir in den Nacken – und krault mich! Okay, Widerstand war zwecklos, also war ich mal nicht so, ließ das brav mit mir machen und ging ihm sicherheitshalber während der restlichen Zeit nicht von der Seite. Ich ließ mir sogar das weitere Kraulen klaglos gefallen, alles natürlich nur aus reiner Tischlerhundpflichterfüllung!
Danach gab es Essen und alle stürzten sich wie die Wölfe aiuf Muffins und Brötchen. Allerdings nicht ich. Ich durfte nicht. Ich bin ja nur der Hund. Dabei gab es sogar alten Mommark. So gut, wie er roch, war er wirklich sehr alt! Fast so gut wie Bergkäse. Und ich liiieeebe Bergkäse…!!! Aber das Schlimmste kommt ja noch: Es fiel nichts runter!
Bei der anschließenden Fotosession wurde ich dauernd weggeschickt, weil im Weg stehend. Doch zu meinem großen Hundeglück wohnt die Seniorchefin im Tischlereigebäude, und mit der verstehe ich mich mittlerweile richtig gut. Die denkt an mich, und ich habe mir dort erstmal meine Ration Hundekekse abgeholt. Und die anderen haben nichts abbekommen!“

Kommunikation 2.0: Die Tischlerei Hoppe in Rinteln unterhält auf ihrer Website einen eigenen _Blog für Kunden und Interessierte, in dem insbesondere Tischlerfrau Bettina Luther immer wieder Amüsantes und Kurioses aus dem Berufsalltag berichtet.

Kommunikation 2.0: Die Tischlerei Hoppe in Rinteln unterhält auf ihrer Website einen eigenen _Blog für Kunden und Interessierte, in dem insbesondere Tischlerfrau Bettina Luther immer wieder Amüsantes und Kurioses aus dem Berufsalltag berichtet.

Ember kam vor gut einem halben Jahr mit einem Tiertransport nach Deutschland und landete schließlich bei der Familie Hoppe und Luther. Inzwischen hat sie schon mehrfach ihre Qualifikation als Tischlerhund unter Beweis gestellt: mit individuell abgeänderten Möbelbeinen und kleinen Holzklötzchen,die sie liebevoll vom Boden der Tischlerei aufsammelt und zur höchstpersönlichen Bearbeitung ins B¨ro schleppt.

Bettina Luther füttert nicht nur Ember regelmäßig, sondern auch das (B)Logbuch der Tischlerei Hoppe: http://www.tischlerei-hoppe/blogsport.de

 

Ausgabe 01/02/2013, Exakt-Magazin