Sturmfreie Bude für Senioren: 13 Tipps für barrierefreies Wohnen und Unfallverhütung

In letzter Zeit haben wir vermehrt Anfragen von Kunden, die ihre Wohnung seniorengerecht(er) umgestalten wollen, um so lange wie möglich in vertrauter Umgebung zu leben.

Auch wir selber haben und hatten Eltern, die sich das wünsch(t)en.
Aus diesem Grund haben wir bereits vor 10 Jahren begonnen, die entsprechenden Lehrgänge zu besuchen. Die dort gegeben Tipps wurden mit der Zeit um eigene Ideen erweitert.
Dabei müssen es nicht immer aufwendige Baumaßnahmen sein. Oft sind es die kleinen, günstigen Veränderungen, die eine große Wirkung haben.
Hier 13 Ideen, die das Leben bequemer und praktischer machen:

1. Das Bett erhöhen,
um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern.

2. In der Küche auf Vollauszüge umstellen.
Wenn die Schränke unterhalb der Arbeitsplatte noch nicht komplett mit Schubkästen ausgestattet sind, sollte das geändert werden. Das kann man auch bei bestehenden Küchen machen lassen! Diese Maßnahme erleichtert einerseits den Zugang zu den Inhalten der Schubkästen. Anderseits wird nun die Fläche besser ausgenutzt und die Dinge aus den oberen, schlecht zugänglichen Oberschränken können nach unten umgeräumt werden.
Wenn das Geld für eine Umrüstung auf Vollauszüge nicht reicht, Küchenkörbe besorgen und die leichteren Dinge hineinsortieren. Diese lassen sich dann bequemer aus den Schränken holen, als dass einzelne Gewürzpackungen oder andere Kleinteile aus der hintersten Ecke rausgekramt werden müssen.

3. Möbelgriffe von „zierlich“ auf „ergonomisch“ austauschen.
Bei Arthrose in den Händen erleichtert dies sehr den Alltag.

4. Bei den Möbelfronten glatte Materialien, gerne mit Kunststoffbeschichtung, bevorzugen.
Dabei auf gute Kontraste achten (z.B. Küchenfront, Möbelgriffe und Arbeitsplatte). Auf diese Weise wird die Küche sehr viel pflegeleichter und für Sehschwache übersichtlicher.

5. Bei Treppen die Handläufe optimieren.
Treppenlifte und Aufzüge sind schön und gut, aber nicht für jeden erschwinglich und lassen einen faul und immobil werden. Lieber, speziell bei wenigen Treppenstufen und geringem Platzangebot, so lange wie möglich beidseitig montierte, individuell auf die Bewohner abgestimmte Handläufe nutzen. Dabei nach Möglichkeit Kunststoff oder Holz bevorzugen (Metall ist unangenehm kalt an den Händen). So bleibt der Mensch in Bewegung (und genau das hält fit!) und spart gleichzeitig Geld.

6. Fußboden austauschen.
Um das Unfallrisiko durch Stolperfallen zu minimieren, den Boden frei von Teppichläufern halten und durch perfekte Verlegetechnik Faltenwürfe vermeiden. Glatter Boden ist pflegeleichter, Teppich ist fußwärmer und rutschhemmend.
Ganz wichtig: Weg mit diesen grauenvollen Stolperfallen den vielen kleinen Fußabtretern vor diesem und jenem Türchen!!! Wenn, dann große, flache Dreckfänger-Teppiche nutzen!

7. Grundsätzlich für eine gute Ausleuchtung sorgen.
Um das Unfallrisiko zu senken gilt dies insbesondere in Gefahrenbereichen wie Treppen. Perfekt wäre Leuchtschienen, um die einzelnen Stufen optisch klar abzugrenzen.

8. Waschmaschinen und Trockner gehören auf den Thron!
Auf 30 cm hohe Podeste gestellte Waschmaschinen erleichtern den Zugang zur Waschtrommeln und machen die Wäschepflege so viel angenehmer.

9. Toiletten austauschen.
Höhere Toiletten -> bessere Mobilität auf dem stillen Örtchen

8. Handgriffe in Dusche, am Waschbecken oder am WC anbringen.
Über einen rutschhemmenden Duschbodenbelag müssen wir nicht erst sprechen, oder?

9. Hocker in der Dusche und vor dem Waschbecken aufstellen.
Für eine bequeme Körperhygiene.

10. Nach außen aufgehende Türen montieren.
Jeder, der in seinem Haus neue Türen einbauen lässt, achte bitte darauf, dass Türen, besonders die Wohnungstür und die des Badezimmers, nach außen aufgehen: Wenn ein hilfebedürftiger Mensch hinter der Tür liegt, ist diese sonst extrem schwer zu öffnen

11. Auf breite Türdurchgänge achten.
Weiterhin bitte, wenn irgend machbar, bei neuen Türen eine Türenbreite von 98,5cm verbauen! Damit ist der Durchgang auch für Rollatoren und Rollstühle breit genug. Zur Not kann man zwar Türen bei entsprechendem Raumangebot auch nachträglich verbreitern, dann aber mit erhöhtem Aufwand.

12. Wasserkisten anliefern lassen.
Sich das Wasser von den Kindern bringen lassen, wollen viele Senioren nicht. Bloß keinem Angehörigen extra Arbeit machen und lieber selbstständig leben! Aber auf eigene Faust Wasser kaufen, ist extrem anstrengend und lässt einen jeden Schluck gut überlegen. Dabei sorgt genug getrunkenes Wasser für einen guten Kreislauf, eine ordentliche Verdauung und flutschende Transmitter im Gehirn, beugt also einer Demenz vor.

13. Bei Bedarf: einen guten Pflegedienst engagieren.
Um es mal drastisch zu formulieren: Menschen wollen mit ihren Angehörigen Zeit (quality time!) mit schönen Dingen verbringen, nicht von ihnen unwürdig den Hintern abgeputzt und die Tabletten vorgezählt bekommen. Bei der Krankenkasse nach Kostenübernahme für diese Profi-Arbeit fragen.

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