Belohnung am Nikolaustag

Ich bin ja sooo artig, wenn die mich nicht hätten!

Seit einigen Monaten haben die hier ganz viel Arbeit, und ich bin ganz lieb und lasse sie schön machen.
Allerdings erinnere ich sie immer wieder daran, der Gesundheit zuliebe kurze Pausen an der frischen Luft einzulegen. Die begleite ich dann auch jedes Mal ganz fürsorglich.

Jetzt, am Nikolaustag, haben sich meine Leute dafür endlich mal für meine gute (Mit-)Arbeit bedankt.
Und zwar mit einem wirklich schönem Rinderbraten aus Charolais-Rind vom benachbarten Bauernhof. Scharf angebraten, mit einer Marinade vom Lieblingsitaliener verfeinert, dann bei Niedrigtemperatur weitere 4 Stunden gargezogen. Als Endergebnis kam etwas wirklich ganz besonders Leckeres heraus!

Fürsorglich, wie meine Leute sind, hat jeder Mensch an einer kleinen Scheibe erstmal getestet, ob das Stück Fleisch auch wirklich perfekt ist. Dann wollten sie es kalt werden lassen, damit ich mich nicht verbrenne, und gingen wieder in ihr Wohnzimmer.
Da ich das Fleisch aber nicht erst am Nikolaustag kalt essen wollte, habe ich es dann direkt von der Arbeitsfläche geholt und gemütlich in meinem Körbchen verspeist. Netterweise ließen sie mich auch ganz in Ruhe dem Genuß hingeben.

Nur die Chefin wirkte etwas enttäuscht, dass ich es mir ohne ihre Anwesenheit hatte schmecken lassen:
Abends rief sie mich in die Küche und zeigte mir die leere Bratenplatte. Ich schaute sie freundlich an, sie war ja wirklich sehr lieb zu mir gewesen: „Ja, es tut mir leid, ich weiß, ich sollte das gute Stück erst am Nikolaustag bekommen. Aber wenn du möchtest, nehme ich noch dieses kleine Randstück, dann weiß ich auch, wie der Braten kalt schmeckt. Und du kannst sehen, wie es mir schmeckt“

…Nachtrag:
Das Fleisch war wirklich soo klasse, dass ich mich nicht mal hinterher übergeben habe. Da haben sich meine Herrschaften diesmal wirklich selber übertroffen. Nächstes Jahr können sie das gerne wieder machen!

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